von: Sandra Altherr

Der Froschschenkelhandel ist ein lange vergessenes Tier-& Artenschutzthema. Doch die Recherchen von Pro Wildlife zeigen: Noch immer importiert die EU mehr als 4.000 Tonnen Froschschenkel jährlich aus Indonesien – das entspricht 84-200 Millionen Fröschen, die meisten davon in Indonesien, der Türkei und Albanien aus der Natur eingefangen und auf grausame Weise getötet.

Von 2021 bis 2025 förderte die Stiftung Zukunft jetzt! die Kampagne von Pro Wildlife gegen den internationalen Froschschenkelhandel und ermöglichte so eine zunehmende Sensibilisierung bei politischen Entscheidungsträgern und wichtigen Teilen der Lebensmittelindustrie, die schließlich zu einer deutlichen Einschränkung der Importe v.a. im Hauptkonsumland Frankreich und schließlich zu internationalen Schutzmaßnahmen geführt hat .

Die wichtigsten Meilensteine dieses Projektes:

2021
  • Recherche zu Umfang und ökologischen Folgen des Froschschenkelhandels; Aufzeigen der zentralen Rolle der EU und insbesondere Frankreichs

  • Gewinnen der französischen Naturschutzorganisation Robin des Bois als Projektpartner

  • Recherche in französischen Supermärkten

  • Vorstellen der Problematik beim Tierausschuss des Weltartenschutzabkommens CITES

2022
  • Veröffentlichung des Berichtes „Deadly Dish: Role and responsibility of the European Union in the international frogs’ legs trade“

  • Begleitende Pressearbeit mit ~ 160 Medienberichten u.a. in Frankreich, gesamter EU, Osteuropa und Indonesien

  • Einbinden deutscher Starköche in eine Social Media-Aufklärungskampagne

  • Organisation & Durchführung eines Events zu Froschschenkeln auf der CITES-Konferenz

2023
  • Veröffentlichen zweier Fachartikel in wissenschaftlichen Journalen

  • Pressearbeit führt zu ~ 130 weiteren internationalen Artikeln zur Froschschenkelproblematik und erhöht öffentlichen Druck

  • Verhandlungen mit führenden französischen Supermarktketten

  • Erarbeiten umfassender Hintergrundinformationen als Grundlage für CITES-Schutzanträge für die betroffenen Froscharten für die Konferenz 2025

  • Social-Media-Aufklärungskampagne in Frankreich, um die Nachfrage nach Froschschenkeln zu reduzieren

2024
  • Organisation eines gemeinsamen Briefes von mehr als 550 Forschern und Tierärzten an den französischen Präsidenten Emanuel Macron

  • Koordination eines gemeinsamen Briefes von 43 Organisationen an die EU-Umweltminister, um für eine Unterschutzstellung durch CITES zu werben

  • Pressearbeit führt zu weiteren 90 Medienberichten, inkl. CNN, Washington Post

  • Austausch mit europäischen CITES-Behörden, um Schutzanträge für die CITES-Konferenz 2025 auf den Weg zu bringen

  • Fast alle französischen Supermarktketten stoppen im Sommer 2024 ihre Froschschenkel-Importe aus Indonesien als Hauptexportland.

2025
  • Die EU als Hauptabsatzmarkt reicht bei CITES einen Schutzantrag für großschenklige Frösche aus Südosteuropa ein

  • Sonderveranstaltung im Rahmen der CITES-Konferenz Ende 2025 zu den ökologischen Folgen des Froschschenkelhandels

  • CITES-Antrag auf weltweite Handelsbegrenzungen mit den vier relevanten Froscharten wird mit großer Mehrheit angenommen

  • Dies ist die erste CITES-Regelung für vom Froschschenkelhandel betroffene Arten seit 40 Jahren

Die Stiftung Zukunft jetzt! ermöglichte durch die Förderung der mehrjährigen Kampagne, ein lange übersehenes Tier- und Artenschutzproblem aufzuzeigen, Aufmerksamkeit bei Politik und Konsumenten zu verschaffen und letztlich den internationalen Handel mit Froschschenkeln drastisch einzuschränken. Diese Kampagne bewahrt Millionen Frösche vor einem grausamen Ende.

Ein Frosch
Foto: Dina Luzia CC 4.0
Viele Frösche, gefangen in Netzen

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Kategorien: Projekt-News
Tags: Tierschutz, Naturschutz, Artenvielfalt, (Ur-)Waldschutz, Tierwohl, Tierethik und Tierrechte