Ein weltweites Ernährungssystem, in dem pflanzenreiche Lebensmittel und alternative Proteine breit verfügbar sind und weithin Anklang finden, ist ein entscheidender Schlüssel für eine Zukunft, die allen zugutekommt: Mensch, Tier, Umwelt und dem gesamten Planeten. Mit der Unterstützung der Stiftung Zukunft jetzt! verfolgt ProVeg einen ganzheitlichen Ansatz, um pflanzenbasierte Lebensmittel und alternative Proteine verfügbar und attraktiv zu machen. Dabei werden innovative Startups gefördert, Bildungsprojekte gestärkt und der politische Rahmen für eine echte Agrarwende mitgestaltet. Ein Überblick über die Fortschritte der letzten sechs Monate zeigt, wie diese strategische Arbeit konkret Früchte trägt.
Der Wandel im Ernährungssystem wird dort greifbar, wo kluge Ideen ihren Platz im Supermarktregal finden. Hier übernimmt der ProVeg Incubator eine Pionierrolle als weltweit erster Inkubator für Startups in den Bereichen pflanzlicher, fermentierter und kultivierter Lebensmittel. Durch maßgeschneiderte Unterstützung werden wegweisende Startups mit dem notwendigen Fachwissen und Netzwerk ausgestattet, um den Übergang zu einer zukunftsfähigen Ernährung zu beschleunigen.
Um auf sich verändernde Marktbedingungen zu reagieren, hat ProVeg das neue Programm „Fast-track To Impact“ (FTI) ins Leben gerufen. Dieses gestraffte, digitale Format unterstützt Gründer:innen innerhalb von drei Monaten dabei, strategische Klarheit zu gewinnen und schnell zu skalieren. Durch die Umsetzung von zwei Kohorten pro Jahr wird die Wirkung verdoppelt, sodass jährlich etwa 30 Unternehmen gefördert werden können.
Das enorme Interesse an diesem neuen Format spiegelt sich in über 125 Bewerbungen seit Jahresbeginn wider. Die aktuelle Frühjahrskohorte 2026 umfasst 12 innovative Startups aus acht Ländern. Diese Gruppe steht für einen strategisch vielfältigen Mix in Bezug auf die geografische Verteilung sowie den technologischen Fokus und adressiert wichtige globale Innovationslücken im Bereich der alternativen Proteine.
Nachhaltige Veränderung beginnt oft im Alltag – und das bereits in jungen Jahren. Mit der Kampagne „Leckeres Essen für alle“ (LEFA) setzt ProVeg direkt in Schulen an. In den letzten sechs Monaten haben 159 Schulkinder gemeinsam mit ProVeg pflanzlich gekocht und wurden so für pflanzenbasierte Ernährung begeistert und zur praktischen Umsetzung befähigt. Parallel dazu haben 469 Kinder und Jugendliche in Vorträgen die Vorteile von mehr pflanzlicher Kost kennengelernt.
Um die Wirkung dieser Bildungsarbeit zu potenzieren, setzt ProVeg auf globale Vernetzung. Als Teil des Global Plant-Based School Food Networks, dem inzwischen über 90 Organisationen aus mehr als 45 Ländern angehören, findet ein intensiver Austausch statt. Durch das Teilen von Best Practices und das Lernen von internationalen Interventionen wird die pflanzenbasierte Schulverpflegung professionalisiert und effektiver gestaltet.
Die langfristige Etablierung pflanzlicher Ernährung benötigt verlässliche politische Rahmenbedingungen. ProVeg nutzt daher den Austausch mit wichtigen Stakeholdern aus der Landwirtschaft, Wirtschaft und Politik. Ziel ist es, neue Unterstützende zu gewinnen, positive Narrative für ein stärker pflanzenbetontes Ernährungssystem zu verbreiten und die Anschlussfähigkeit dieser Themen in unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen zu stärken.
Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Gestaltung fairer Wettbewerbsbedingungen. So begleitete ProVeg die Debatte um ein EU-weites Bezeichnungsverbot für pflanzliche Alternativen durch Gespräche mit Ministerien und politischen Entscheidungsträger:innen. Auch wenn das Verbot auf EU-Ebene in abgeschwächter Form trotzdem beschlossen wurde, positionierte sich die Bundesregierung im Verfahren klar dagegen.
Zudem ist ProVeg Mitglied des Stakeholder-Forums „Proteine der Zukunft“, das vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) begleitet wird. Das Forum stärkt die Zusammenarbeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette zwischen Akteuren aus Handel, Landwirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft. Gemeinsames Ziel ist die Umsetzung von Maßnahmen – etwa die Erarbeitung von Empfehlungen für einen politisch-rechtlichen Rahmen, der alternative Proteine als Kernstück einer zukunftsfähigen Agrarpolitik begreift und ein nachhaltiges Ernährungssystem fördert.
Die Erfolge der letzten Monate verdeutlichen, dass der Wandel des Ernährungssystems an vielen Stellen gleichzeitig stattfinden muss. Dank der Unterstützung der Stiftung Zukunft jetzt! kann ProVeg diese Fäden zusammenführen und sowohl lokale Bildung als auch innovative Startups und politische Weichenstellungen vorantreiben.