Im November 2025 lief der Dokumentarfilm "Wie geht Natur?!" an, im März 2026 kam die Biografie "Das Abenteuer des Lebens" in die Buchhandlungen. Beide erzählen vom selben Menschen: Michael Succow, Moorforscher, Träger des Alternativen Nobelpreises, einer der einflussreichsten Naturschützer, die dieses Land hervorgebracht hat.
Ich habe mich mit beidem beschäftigt, weil mir die Arbeit der Succow Stiftung am Herzen liegt. Und weil Succows Geschichte etwas zeigt, was ich in unserer Zeit dringend brauche: dass einzelne Menschen mit Beharrlichkeit, Fachwissen und einem klaren Kompass tatsächlich etwas bewegen können.
"WIE GEHT NATUR?!" ist 60 Minuten lang, gedreht von Jakob Friedrich und Jason Krüger, produziert von Kathrin Succow, Michael Succows Tochter. Der Titel ist absichtlich ungrammatisch. Er fragt zugleich nach dem Zustand der Natur, ihrem Funktionieren und danach, wie wir mit ihr umgehen. Gelingender Naturschutz ist immer ein Gemeinschaftswerk, und so porträtiert der Film auch Menschen die von Michael Succow inspiriert wurden und sich heute dem Naturschutz verschrieben haben.
"Das Abenteuer des Lebens" ist am 5. März 2026 erschienen, wenige Wochen vor Succows 85. Geburtstag. Geschrieben hat er es gemeinsam mit der Journalistin Christiane Grefe.
Das Ergebnis ist eine Collage aus persönlichen Erinnerungen, Zeitgeschichte und ökologischer Analyse, immer im Dialog Dialogen zwischen den beiden. Eine Form, die Raum lässt für Stimmungen und Querverbindungen, sodass man Succow nicht nur als Wissenschaftler kennenlernt, sondern auch als Menschen mit einem leisen Humor.
Beim Lesen und Sehen ist mir klar geworden, warum mich die Arbeit der Succow Stiftung trägt. Moore speichern in ihren Torfen mehr Kohlenstoff als alle Wälder der Erde zusammen. Sie kühlen die Landschaft, halten Wasser, beherbergen Arten, die anderswo längst verschwunden sind. Trockengelegt geben sie diesen Kohlenstoff wieder ab und befeuern die Klimakrise. Wiedervernässung ist deshalb einer der wirksamsten Hebel, die wir haben. Succow hat das schon erkannt, als noch niemand von Klimaneutralität sprach. Er hat daraus eine Arbeit gemacht, die heute knapp 50 Mitarbeiter in Greifswald weiterführen, mit Projekten in Deutschland, im Baltikum und weltweit.
Was mich an dieser doppelten Veröffentlichung am meisten bewegt: Sie zeigt, dass Naturschutz immer ein Gemeinschaftswerk ist, getragen von Einzelnen, die nicht aufgeben. Succow ist so jemand. Kathrin Succow, die den Film auf die Beine gestellt hat, ist so jemand. Christiane Grefe, die das Buch in Dialogen mit ihm geformt hat, ist so jemand. Und ich glaube, das ist die eigentliche Botschaft, die mich aus Film und Buch begleitet. Es gibt sie, die Gestaltungsspielräume, auch in schwierigen Zeiten. Man muss sie nur sehen wollen und die Hand danach ausstrecken.
Transparenzhinweis: Unsere Stiftung fördert die Michael Succow Stiftung, deren Gründer in Buch und Film porträtiert wird. Beide Projekte sind keine Vorhaben der Succow Stiftung selbst. Wir berichten hier redaktionell, weil Person und Wirken Michael Succows in unseren Förderschwerpunkt Maßnahmen zur Klimaadaption hineinreichen.