Seit Jahren sammeln Freiwillige in der Schweiz Zigarettenstummel aus Parks, von Bürgersteigen, an Seeufern. Am World Cleanup Day 2022 in Zürich kamen 16'400 davon zusammen. In Net'Leman zuvor waren es zuvor 54'621. Und im März 2021 sammelten Schulkinder in der Schweiz und Liechtenstein knapp 958'181 Stummel in zwei Wochen ein.
Zigarettenfilter bestehen aus Celluloseacetat, und das zersetzt sich langsam in immer kleinere Fasern, die in Böden und Gewässern bleiben.
Jeder einzelne Zigarettenstummel enthält über 7'000 toxische Chemikalien. Gelangen diese in die Umwelt, setzen sie eine Vielzahl chemischer Stoffe frei, wovon mindestens 250 als schädlich und 69 als krebserregend gelten. Diese Stoffe geben am Boden liegende Kippen direkt an die Erde ab, Pflanzen nehmen sie auf. Über Regenwasser und Abflüsse landen sie in Flüssen und letztlich im Meer. 1 Zigarettenstummel kann bis zu 1'000 Liter Wasser verunreinigen.
Zigaretten kosten laut WHO pro Jahr mehr als 8 Millionen Menschenleben. Aber der Schaden hört nicht beim Menschen auf: 600 Millionen Bäume, 200'000 Hektar zerstörtes Land, 22 Milliarden Tonnen verschmutztes Wasser und 84 Millionen Tonnen CO₂ pro Jahr gehen laut WHO auf das Konto der Tabakproduktion weltweit. Die weggeworfene Kippe ist das letzte Kapitel in einer langen Kette von Schäden.
Wer jetzt denkt, Einweg-Vapes wären die saubere Alternative, liegt falsch. E-Zigaretten sind Elektronikmüll in Miniaturform, bestehend aus 3 Abfallkategorien gleichzeitig: Plastikgehäuse, Leiterplatten mit Lithium-Ionen-Akku, und chemischer Abfall mit Nikotin und weiteren Substanzen. In den USA sind sie deshalb als gefährlicher Abfall klassifiziert.
Geschätzt 844 Millionen E-Zigaretten wurden 2022 weltweit weggeworfen. Allein in Grossbritannien steckt in den jährlich weggeworfenen E-Zigaretten genug Lithium für 5'000 Elektroauto-Akkus. Recycelt wird trotzdem kaum etwas, weil die Kombination aus Plastik, Elektronik und Chemikalien in einem Gerät praktisch nicht trennbar ist.
Zigaretten gehören in den Müll. Aber seit den 1980er Jahren machen sie weltweit konstant 30 bis 40 Prozent aller Gegenstände aus, die bei jährlichen Cleanups an Küsten und in Städten gesammelt werden.
Wer nur auf Konsumentenverhalten oder nachgelagerte Entsorgung setzt, greift systematisch zu kurz. Eine glaubwürdige Strategie muss den gesamten Lebensweg der Filter erfassen: strukturelle Mengenreduktion, verbindliche Produktanforderungen, echte Herstellerverantwortung mit Rücknahmesystemen.
Zigarettenstummel gehören in den Müll und nie auf den Boden oder in die Natur.
Transparenzhinweis: Teile dieses Textes wurden mit KI-Unterstützung verfasst.