Vegamonie: Gute Nachrichten für alle, die vegan leben
2. Oktober 2026
von: Bianca Piosa und Alexander Rüffer, Vegamonie
Im Sommer 2026 saßen 8.000 Packungen Bio-Räuchertofu in einem Lager fest. Ein Fehler im Warensystem hatte verhindert, dass sie jemals im Supermarkt ankamen. Ende August wären sie abgelaufen und im Müll gelandet. Wir haben ein Video darüber gemacht und unsere Community um Hilfe gebeten. Acht Stunden später war der gesamte Tofu gerettet.
Wir sind Alex und Bianca und zusammen sind wir Vegamonie. Ein Nachrichtenkanal für den veganen Wandel. Jeden Tag veröffentlichen wir ein kurzes Video auf Instagram, TikTok, YouTube und Facebook. Darin geht es um das, was sich gerade bewegt: neue Produkte im Supermarkt, Unternehmen, die auf pflanzlich umstellen, und Entscheidungen in der Politik. Über 50.000 Menschen folgen uns inzwischen.
Für alle, die schon vegan leben
Die Idee zu Vegamonie ist entstanden, weil uns etwas gefehlt hat. Im Aktivismus sollen Menschen veganisiert werden, doch was ist mit denen, die schon längst überzeugt sind? Wer vegan lebt, bekommt meistens schlechte Nachrichten: Skandale aus Ställen, Schockbilder und Rückschläge in der Politik. Und auch das soziale Umfeld wird zur Herausforderung. Man fängt an, sich für die gute Sache rechtfertigen zu müssen. Das demotiviert und kann zur Einsamkeit führen.
Dabei passiert gerade so viel Gutes, dass man kaum hinterherkommt. Supermärkte bauen ihre Eigenmarken um, Bäckereien ersetzen das Ei und selbst große Konzerne suchen nach Wegen aus dem Tierprodukt, Stichwort Präzisionsfermentation. Darüber berichten wir, und zwar genau für die Menschen, die längst vegan leben. Unsere Haltung ist dabei klar: Den erhobenen Zeigefinger brauchen wir dafür nicht.
„Wir wollen niemanden bekehren. Wir wollen denen Rückenwind geben, die schon etwas verändern.“
Wer vegan lebt, ist im Alltag ohnehin Botschafter:in. Sei es beim Nachfragen im Restaurant oder im Gespräch mit Kolleg:innen. Das ist Aktivismus, auch wenn er nicht danach aussieht. Diese Menschen teilen, kommentieren und erzählen weiter, was sie bei uns sehen.
Wie das im Alltag aussieht, hat uns eine Followerin geschrieben. Viele Menschen in ihrem Umfeld empfinden ein veganes Leben als extrem und Fakten in einer Debatte als zu brutal. Also teilt sie unsere Videos.
Der Wandel rechnet sich
Besonders genau schauen wir auf die Wirtschaft. Viele Unternehmen stellen nicht aus ethischen Gründen um, sondern weil es sich für sie lohnt. Als die Vogelgrippe die Eierpreise immer wieder springen ließ, hat das Forschungslabor des Konzerns hinter Milka und Oreo ein Verzeichnis für Ei-Ersatz aufgebaut. Dort finden Hersteller Alternativen, um das Ei aus ihren Rezepturen zu nehmen.
Solche Geschichten erreichen auch Menschen, die mit Tierrechten wenig anfangen können. Was sich wirtschaftlich rechnet, traut man der Zukunft zu. Und plötzlich klingt eine vegane Welt nicht mehr nach Wunschdenken, sondern nach einem Plan.
Eine Fanbase für den Wandel
Jeden Tag stellen wir unserer Community in den Instagram-Stories eine Frage. Wie viele Menschen in deinem Umfeld leben vegan? Welchen veganen Käse wünschst du dir in richtig gut? Meist antworten mehrere Hundert, oft sind es über tausend Menschen.
So entsteht Tag für Tag ein ziemlich genaues Bild davon, was vegan lebende Menschen wirklich wollen. Das interessiert auch die Branche. Inzwischen sind wir mit Herstellern und Supermärkten im Austausch, und manche greifen auf unsere Ergebnisse zurück, um ihre Produkte noch besser zu machen.
Wie viel eine Community bewegen kann, haben wir nicht nur beim Tofu gemerkt. Die Geschwister hinter einer Schweizer Biber-Manufaktur wollten ihr Gebäck vegan anbieten und sind am Ei gescheitert. Über 40 Ersatzprodukte fielen bei ihnen im Test durch. Also haben sie mit einem befreundeten Lebensmitteltechnologen ihr eigenes Aquafaba aus Kichererbsen entwickelt und das Start-up EggField gegründet.
Statt zum Kauf aufzurufen, haben wir unsere Community gebeten, Bäckereien zu markieren, die offen für pflanzliches Backen sind. So ist EggField mit vielen Betrieben ins Gespräch gekommen, die das Start-up allein kaum gefunden hätte.
Große Werbekampagnen können sich Millionen Aufrufe kaufen, aber keine Menschen, die aus Überzeugung mitmachen. Genau diese Menschen sind unsere Community.
Wir brauchten drei Anläufe auf Instagram
Angefangen haben wir im August 2025. Eigentlich wollten wir gleichzeitig auf TikTok und Instagram starten. Doch auf Instagram kam einfach keine Resonanz. Nach ein paar Tagen haben wir es gelassen und den Account gelöscht. Später haben wir es noch einmal versucht. Dasselbe Video, das auf TikTok 10.000 Menschen erreichte, schaffte auf Instagram 20 Aufrufe. Auch diesen Account löschten wir wieder. Also konzentrierten wir uns auf TikTok und entwickelten dort unser Format: jeden Tag ein Video, jedes ein bisschen besser als das davor.
Ende Januar 2026 brach unsere Reichweite auf TikTok plötzlich ein. Grund war ein Stromausfall in einem Rechenzentrum in den USA. Daraufhin probierten wir Instagram ein drittes Mal. Gleich unser fünftes Reel ging viral. Es ging darum, warum Iglo seine vegane Marke Green Cuisine aufgibt und die Produkte ins Hauptsortiment holt. Unsere Antwort: Vegan verschwindet nicht, es wird normal. Zwei Tage später legten wir mit Edeka und Rewe nach, und dieses Video wurde über 675.000 Mal angesehen. Ab da funktionierten unsere Videos. Heute ist Instagram unser wichtigster Kanal.
Foto: Vegamonie
Bianca Piosa
Foto: Vegamonie
Alexander Rüffer
Mehr als Nachrichten: Songs und Spiele
Wir verstehen uns als Medienunternehmen. Die täglichen Videos sind ein Weg, Themen verständlich zu machen, aber nicht der einzige. Manches begreift man besser, wenn man es fühlt oder selbst ausprobiert.
Deshalb machen wir Musik. Wir schreiben Songs und veröffentlichen diese. Außerdem werden Live-Veranstaltungen zukünftig noch eine große Rolle spielen.
Und wir entwickeln Spiele für die vegane Bewegung. In „Umgeräumt“ ist man die Ladenbiene und baut Läden um, vom Eckladen über die Bäckerei bis zur Eisdiele. Das Ziel: Regale und Stände so zu stellen, dass die Kundschaft zu veganen Produkten greift. Manche wollen erst probieren, andere trauen dem Veganen nicht. So erlebt man spielerisch, wie viel die Anordnung im Laden ausmacht. Bald kann man es spielen.
Der vegane Wandel ist da
Wenn du sehen willst, was sich gerade bewegt, findest du uns unter @vegamonie auf Instagram, TikTok und YouTube. Und wenn du von einem Unternehmen weißt, das auf pflanzlich umstellt, schreib uns. Wir erzählen die Geschichte gern weiter.
Autor:innen-Information Bianca Piosa und Alexander Rüffer, Gründer:innen von Vegamonie, dem Nachrichtenkanal über den veganen Wandel in Wirtschaft, Politik und Alltag
Innerhalb meiner Familie habt ihr auf eure liebe Art ein Umdenken angestoßen. Und ich habe weniger Diskussionen, die in der Vergangenheit teilweise an meine persönliche Substanz gingen.